Der neue Bildband METAMORPHOSEN Aus den Grafischen und Fotografischen Zyklen METROPOLIS BERLIN (ISBN: 978-3-00-060804-9) ist nun veröffentlicht.

Der Bildband beinhaltet Werke aus den drei Zyklen

  • METAMORPHOSEN METROPOLIS BERLIN (grafischer Zyklus)
  • 24 HOURS IN BERLIN – IMPRESSIONS (fotografischer Zyklus)
  • STREET ART & UNCONVENTIONAL (grafischer Zyklus)

Texte zum Bildband METAMORPHOSEN Aus den Grafischen und Fotografischen Zyklen METROPOLIS BERLIN:

Johannes J. Dittloff: 24 Stunden Berlin

Janusz Dittloff, 1951 in Sosnowiec an der Schwarzen Przemsa in der Woiwodschaft Schlesien (polnisch Województwo śląskie), rund 10 km östlich der Bezirkshauptstadt Kattowitz (Katowice) geboren, kommt 1985 nach Deutschland und lebt seither mit seiner Familie an der Förde in Kiel. Janusz Dittloff studierte von 1970 bis 1976 Grafik an der Krakauer Kunstakademie und erfuhr dort eine ebenso vielfältige wie hoch qualifizierte Ausbildung nicht nur im Bereich Grafik, sondern auch in den Fächern Fotografie, Bildhauerei, Zeichnen und Malerei.

Mit seinem Bildporträt „24 Stunden Berlin“ aus seinem Zyklus „Impressionen“ vermittelt er eindrücklich seinen sinnlichen Eindruck von dieser Metropole, seine Wahrnehmungen und Gefühle. In einem meiner Gedichte beschreibe ich diese Stadt: „Brücken, Rutschen und Gerüste. Freie Räume grün und blau. Und das Ganze unterkellert. Dunkelräume für die Sinne. Immer nah an der Geschichte. Das Gelände. Modelliert im Für und Wider. Wechselhaft die Töne. Schrill und auch ganze leise.“

Dittloff gelingt es eindrucksvoll, die wechselhafte Geschichte dieser Stadt und ihre Widersprüche durch gekonnte Gegenüberstellungen den Betrachtern nahezubringen. Historische Aufnahmen von bespielter Videowand und Mauerbildern aufgefangen, Zeugnisse einer geteilten Stadt, daneben Bilder der pulsierenden Metropole, in der, wie er mit Ausschnitten von der Berlinale dokumentiert, sich die Welt wieder glamourös in Szene setzt. Licht und Schatten: Porsche, Bentley und Bugatti, alles andere als Wagen für das Volk, im Drive, dem VW-Forum auf der Straße Unter den Linden. Ebenso wirklich der Obdachlose verhüllt in wärmendem Kunststoff auf der Parkbank oder zusammengekauert an der Haltestelle, von niemandem gewürdigt, nicht mal mehr wahrgenommen. „Living apart together“. Selbst das Holocaust-Denkmal kann sich den Widersprüchen nicht entziehen.

Dittloff dokumentiert virtuos aus unterschiedlichen Perspektiven das Mahnmal gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten. Die Bilder vermitteln, was den Menschen bleibt zwischen den Stählen grausamer Macht, Einsamkeit, Hilflosigkeit, Angst, als Hoffnung nur der Blick in den Himmel, der sich als Stern formiert. Für die Kinder aber sind sie willkommene Spielplätze, der wenig Achtsame marschiert selbstgerecht über sie hinweg. Die Synagoge in der Oranienburger Straße porträtiert Dittloff nicht von der einladenden Vorderseite, die Kehrseite ist ihm wichtig, die ihre schmerzhafte Geschichte noch spüren und Schuld nicht verdrängen lässt.

Der Blick aus dem Busfenster, als Notausgang deklariert, auf den Französischen Dom am Gendarmenmarkt, erinnert mich, dass schon Hugenotten durch Aufnahme in dieser Stadt der Not und der Verfolgung im katholischen Frankreich zu ihrer Zeit entkamen. Jeder solle nach seiner eigenen Fasson selig werden, hatte Friedrich II. von Preußen, der Alte Fritz, seine Willkommenskultur beschrieben. Der Pantomime, von Johannes J.Dittloff vor den Treppen der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz festgehalten, erinnert uns daran, dass religiöser Fanatismus, neu entfacht, auch heute nichts als Leid und Schrecken bringt. An eben diesem Ort wurden am 19. Dezember 2016 elf Menschen brutal getötet.

Der Wechsel zwischen klaren Bildausschnitten und bewussten Unschärfen betonen das Echte und die Wirklichkeitsnähe. Mit seinen 24-Stunden-Momentaufnahmen hält Dittloff kunstvoll fest, was diese Metropole ausmacht: die Gegensätze zwischen Vergangenem und Neuem, die Widersprüche zwischen Lebenslust und mangelnder Achtsamkeit. Wer Berlin kennt und liebt, wird auch eins werden mit dieser bildhaften Dokumentation Berlins: schrill und leise zugleich.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller,

Präsident der Berlin School of Sustainable Futures, University of Applied Sciences und Mitglied des Kuratoriums der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf

Johannes J. Dittloff: 24 Hours Berlin

Janusz Dittloff, born in 1951 in Sosnowiec at the Black Przemsa in the Silesian Voivodeship (Polish Województwo Slaskie), about 10 km east of the district capital Katowice, came to Germany in 1985 and has lived with his family on the Kiel Fjord ever since. Janusz Dittloff studied graphic arts at the Krakow Academy of Fine Arts from 1970 to 1976, where he received a varied and highly qualified education not only in the field of graphics, but also in photography, sculpture, drawing and painting.

With his picture portrait „24 Stunden Berlin“ (24 Hours Berlin) from his cycle „Impressions“ he impressively conveys his sensual impression of this metropolis, his perceptions, and feelings. In one of my poems I describe this city with these words: „Bridges, slides and scaffoldings. Free spaces, green and blue. And the whole thing has a cellar. Dark spaces for the senses. Always close to history. The terrain. Modelled in the pros and cons. Variable the tones. Shrill and also very quiet.“

Dittloff impressively succeeds in bringing the changing history of this city and its contradictions closer to the spectator through skilful juxtapositions. Historical recordings of recorded video walls and wall images captured, testimonies of a divided city, alongside images of the vibrating metropolis, in which the world again sets itself glamorously in scene, as he documents with excerpts from the Berlinale. Light and shadow: Porsche, Bentley and Bugatti, anything but cars for the people, in the Drive, the VW Forum on the street Unter den Linden. Just as real as the homeless person is covered in warm plastic on the park bench, or huddled together at the bus stop, not being appreciated by anyone, not even noticed anymore. „Living apart together“.

Even the Holocaust memorial cannot escape the contradictions. Dittloff documents the memorial against the crimes of the National Socialists from different perspectives with virtuosity. The pictures convey what remains for the people between the steels of cruel power, loneliness, helplessness, fear, as hope only the look into the sky, which is formed as a star. For the children, however, they are welcome playgrounds; the little mindful marches over them with self-righteousness. Dittloff does not portray the synagogue in Oranienburger Straße from the inviting front, because the other side is important to him, which still allows its painful story to be felt and it does not suppress the guilt.

The view from the bus window, declared as an emergency exit, of the French Cathedral at the Gendarmenmarkt reminds me that even Huguenots escaped the hardship and persecution of Catholic France in their day by being admitted to this city. Frederick II of Prussia, the Old Fritz, had described his welcome culture as follows: Everyone should be blessed according to his own style. The pantomime, by Johannes J. The pantomime in front of the stairs of the Gedächtniskirche at Breitscheidplatz, reminds us that religious fanaticism, rekindled, brings nothing but suffering and horror even today. Eleven people were brutally killed in this place on 19 December 2016.

The alternation between clear picture details and deliberate blurring emphasizes the real and the closeness to reality. With his 24-hour snapshots, Dittloff artfully captures what makes this metropolis special: the contrasts between the past and the new, the contradictions between joie de vivre and a lack of attentiveness. Those who know and love Berlin will also become one with this pictorial documentation of Berlin: shrill and quiet at the same time.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller,

President of the Berlin School of Sustainable Futures, University of Applied Sciences and member of the Board of Trustees of the Film University Babelsberg Konrad Wolf

Einblicke in den Bildband:

Johannes J. Dittloff: Im Kreise der Alternative Das Tacheles-Center

Das Kunsthaus Tacheles war ein Kunst- und Veranstaltungszentrum in der Oranienburger Straße im Berliner Ortsteil Mitte. Eine Künstler/innen-Initiative nutzte zwischen 1990 und 2012 einen vor dem Abriss geretteten Gebäudeteil eines ehemaligen Kaufhauses.

Die Redewendung „Tacheles reden“ bedeutet, die unverblümte Wahrheit sagen. Die Tacheles-Künstler/innen, die das Haus 1990 besetzten, wollten einen Ort der freien Meinungsäußerung und Kunstausübung schaffen und die Gängelungen in der DDR, Botschaften in Musik, Film und Kunst zweideutig verstecken zu müssen, überwinden. Das ehemalige Kaufhausgebäude, in den dreißiger Jahren von der NSDAP genutzt, später vom FDGB, dem Gewerkschaftsbund der DDR, wurde als Tacheles-Center bunt bemalt, aus Schutt wurden Skulpturen erstellt, es entstand eines der großen Kunst-, Auktions-, Veranstaltungs-, Kino- und Kommunikationszentren der Stadt. 2012 wurde es geräumt.

Wenn Johannes Janusz Dittloff, der Norddeutsche mit polnischen Wurzeln, sensibel und viel zu bescheiden, sich mit Leidenschaft der Dokumentation eines solchen inzwischen untergegangenen Kulturdenkmales widmet, überträgt sich sein Enthusiasmus auf die Betrachter/innen. Die Symbolhaftigkeit des Alternativen in seinen Fotografien ist ihm nicht genug, wenn er ROTES MAGMA über Teile seiner Bilder vergießt, der LAVA-Strom lässt die Bilder zum Erlebnisraum werden. Unser Freund Bernhard Schwichtenberg nennt es reale Ikonogramme, eigene Bildzeichen, die so entstehen, deren Bedeutung transkulturell verstanden wird.

Auf allen Bildern zu entdeckende Symbolfiguren für das Gute und Böse, von Che Guevara, Adolf Hitler bis zum muslimischen Krieger, Plakate, wie der Aufruf zum Global Boykott, selbst der kämpferisch trotzige Junge mit dem roten A auf der Brust auf dem Fensterbrett, scheint kampfbereit. Es geht um Wachsamkeit und Widerstand. Aber es geht auch um alternative Lebens- und Arbeitsformen. Das mit Bauwagen begrenzte Wohnquartier, der Tapetentisch, das Zeltgestühl, das Wohnmobil, der Roller, die kunstvoll aufgestellten Wände aus gusseisernen Klavierrahmen mit Tonsaiten als surreale Resonanzböden. Die Enten und die einsame Kuh. Die eigene Welt in der großen Stadt, die durch Fenster und Ausgänge immer wieder sichtbar wird, und dem alten Gemäuer mit den vergitterten Fenstern. Alle aber sind willkommen, hier im alternativen Berlin. Der Rollstuhlfahrer, der die Läufer hinter sich lässt, das Loch in der Mauer, der Kampf ums richtige Medium, Botschaften über einen Aufbruch, um dessen Richtung es geht. Diese Bilder fordern heraus, fesseln und lassen viel Freiheit für Interpretationen gleichermaßen. Diese anspruchsvollen Dokumente sind durchaus geeignet, für Werte, Haltungen und dringend gebotene Paradigmenwechsel zu sensibilisieren.

Ich erinnere mich gerne an eine gemeinsame Ausstellung zum 40jährigen Bestehen der Goethe-Institute in Asien im Jahre 2004 in Taipeh mit Bildern von Cora Korte, Johannes Janusz Dittloff, Peter Nagel, Bernhard Schwichtenberg und mir. Der Kurator der Ausstellung im Deutschen Kulturinstitut in Taipeh zitiert die Bilder Dittloffs mit dem Motto des Künstlers : „Über allem Wirken des Künstlers sollte stehen, dass die individuelle Betrachtungsweise immer die eigene subjektive Wahrheit ist.“

Diese Welt der Wahrheit hat uns Johannes Janusz Dittloff mit dieser kunstvollen Dokumentation des Tacheles-Centers weit geöffnet. Danke.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller,

Präsident der Berlin School of Sustainable Futures, University of Applied Sciences und Mitglied des Kuratoriums der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf

Johannes J. Dittloff: In the Circle of Alternatives – The Tacheles-Center

The art house Tacheles was an art and event center in the Oranienburger Strasse in Berlin‘s district Mitte. Between 1990 and 2012, an artists‘ initiative used a part of a former department store that had been saved from demolition.

The phrase „Tacheles reden“ means telling the blunt truth. The Tacheles artists who occupied the building in 1990 wanted to create a place of freedom of expression and art and to overcome the ambiguity of hiding messages in music, film and art in the GDR. The former department store building, used by the NSDAP in the 1930s and later by the FDGB, the trade union federation of the GDR, was colorfully painted as a Tacheles Center, sculptures were created from rubble, and one of the city‘s major art, auction, event, cinema, and communication centers was created. It was vacated in 2012.

When Johannes Janusz Dittloff, the North German with Polish roots, sensitive and far too modest, dedicates himself with passion to documenting such a now extinct cultural monument, his enthusiasm is transferred to the viewers. The symbolic nature of the alternative in his photographs is not enough for him when he sheds RED MAGMA over parts of his pictures, the LAVA stream turns the pictures into a space of experience. Our friend Bernhard Schwichtenberg calls it real iconograms, pictorial symbols of his own that are created in this way, the meaning of which is understood transculturally.

Symbol figures for good and evil to be discovered in all pictures, from Che Guevara and Adolf Hitler to the Muslim warrior, posters such as the call for a global boycott, even the militantly defiant boy with the red A on his chest on the window sill, seems ready for battle. It‘s about vigilance and resistance. But it is also about alternative forms of life and work. The living quarters bounded by construction trailer, the wallpaper table, the tent chairs, the mobile home, the scooter, the artistically erected walls made of cast-iron piano frames with clay strings as surreal soundboards. The ducks and the lonely cow. The own world in the big city which becomes visible again and again through windows and exits, and the ancient walls with the barred windows. But everyone is welcome, here in alternative Berlin. The wheelchair user who outpaces the runners, the hole in the wall, the struggle for the right medium, messages about a departure whose direction it is all about. These images challenge, captivate and leave a lot of freedom for interpretation. These challenging documents are perfectly suited to sensitizing the viewer to values, attitudes, and urgently needed paradigm shifts.

I like to remember a joint exhibition in Taipei in 2004 to mark the 40th anniversary of the Goethe Institutes in Asia with pictures by Cora Korte, Johannes Janusz Dittloff, Peter Nagel, Bernhard Schwichtenberg and myself. 14 years ago, Dittloff was already aware of an important insight, which he formulated in the catalogue for the exhibition at the Deutsches Kulturinstitut: „Above all the artist‘s work should stand the fact that the individual point of view is always one‘s own subjective truth.

Johannes Janusz Dittloff has opened up this world of truth to us with this artistic documentation of the Tacheles Center. Thank you.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller,

President of the Berlin School of Sustainable Futures, University of Applied Sciences and member of the Board of Trustees of the Film University Babelsberg Konrad Wolf

In Berlin ist die Kunst zu Hause.  

Immer mehr Sammler zieht es in die Stadt. An ausgefallenen Plätzen, in erlesenen Hallen oder eigens geschaffenen Tempel zeigen sie ihre Schätze. Künstler aus aller Welt tummeln sich in internationalen Galerien. Bildende Kunst ist allgegenwärtig.

Jetzt hat sich auch Berlins größtes Innenstadthotel, das Park Inn am Alexanderplatz, mit seinem kürzlich gegründeten Forum mit dem programmatischen Titel “art place berlin” in die Riege der neuen Kunst-Orte eingereiht.“Wir planen, unser Haus auf Dauer als Magnet für ein kunstinteressiertes Publikum zu etablieren und das eintrittsfrei”, erklärt General Manager Thomas Hattenberger, der in Kooperation mit Ausstellungsmacher und Geschäftsführer des Art Center Berlin, Thomas Tyllack, die Kunst ins Vier-Sterne-Hotel geholt hat.

Das Ausstellungs-Forum an der nördlichen Friedrichstrasse nimmt seit 2005 einen wichtigen Platz in der Berliner Kunstszene ein und gilt als herausragende Plattform für zeitgenössische Kunst.

Den Auftakt für “art place berlin” bildete in diesem Frühjahr die -“Graphischen Mappe Federico Garcia Lorca” aus der Sammlung Politeo. Gezeigt wurden 50 Werke von bedeutenden Künstlern aus 22 Ländern, darunter Arbeiten von Arman, Christo & Jeanne Claude, Kounellis, Lüpertz, Vedova.

Weiter geht es mit “Metamorphosen aus dem graphischen Zyklus Metropolis Berlin” des gebürtigen  Polen Johannes J. Dittloff. Die Schau mit großformatigen Grafiken ist an zwei Orten zu sehen, in der “art place berlin” im Park Inn Berlin-Alexanderplatz und im Art Center Berlin in der Friedrichstraße. Bei seinen Streifzügen durch Berlin entstanden weit über 2000 Fotografien, die das Ausgangsmaterial bildeten für die in zwei Formaten vorliegenden Werken. Dittloff, der in Hamburg und Kiel lebt, konzentriert sich fotografisch ausschliesslich auf den Schwarz-Weiß-Bereich und setzt inspiriert von Pop-Art zur Akzentuierung Farbe ein, in diesem Fall dunkles Rot.

Fotografische Realitäten generiert er am Computer zu neuen ausdrucksstarken Bildwelten. So entstehen expressive Werke, die beim Betrachter Deutungen jenseits von glänzender Postkartenidylle provozieren. Für Spurensucher wie Dittloff könnte es dafür wohl kaum ein besseres Pflaster als Berlin geben.

Berlin-Vis-à-vis / Herbst 2009

Anlässlich der Ausstellung an zwei Ausstellungsorten – Kulminationspunkten der City, am Alexanderplatz (”art place berlin” im Park Inn Berlin Alexanderplatz ) und Friedrichstrasse (art center berlin) im Herbst 2009.

 

Berlin is the home of arts.

A constantly rising number of collectors is coming to the city to showcase their treasures at unusual places, in exclusive halls, or specifically organized temples. Artists from all around the world are filling international galleries and fine arts are omnipresent.

Berlin’s largest city-center hotel, the Park Inn at Alexander Platz, is following this trend of establishing new places for arts with its recently founded forum “Art Place Berlin”. Their general manager Thomas Hattenberger explains: “We are planning to permanently establish our house as a magnet for those interested in arts – free of charge”. He also, in cooperation with the exhibition organizer and manager of the Art Center Berlin, Thomas Tyllack, brought arts to the four-stars hotel. The exhibition forum at Noerdliche Friedrichstrasse has become an important place in the Berlin arts scene since 2005 and is now considered as a prominent platform for contemporary arts.

In this spring “Graphical map Federico Garcia Lorca” from the Politeo is the introduction for “Art Place Berlin”. On this display are 50 works of important artists from 22 countries, including Arman, Christo & Jeanne Claude, Kounellis, Luepertz, and Vedova.

Further, “Metamorphoses from the graphical cycle metropolis Berlin” by the native Polish artist Johannes J. Dittloff are displayed.

His exhibition of large-scale graphics is shown at two locations, the Art Place Berlin in the Park Inn Berlin-Alexanderplatz and the Art Center Berlin at Friedrichstrasse. While wandering through Berlin, he took more than 2,000 photos, which formed the basis of these displays. Living in Hamburg and Kiel, Dittloff focuses solely on black and white photography and, inspired by pop art, uses color accents like dark red.

Using computer-generated photographical realities, he creates pictures of new expressive worlds. Those works intend to provoke the observer to be dragged into a world far beyond shiny post-card idylls.

Pioneers like Dittloff will hardly find any better place for their art than Berlin.

Berlin-Vis-à-vis / Autumn 2009

On occasion of the exhibition at two exhibition sites – culmination points of the city, at Alexanderplatz (“Art Place Berlin” at Park Inn Berlin Alexanderplatz) and Friedrichstrasse (Art Center Berlin) in autumn of 2009.

Einführung von Prof. Bernhard Schwichtenberg

Die künstlerische Photographie gesellte sich-als man sie noch mit”Ph” schrieb in der hälfte des vorigen Jahrhunderts der bildenden Kunst hinzu, also den traditionellen Feldern Malerei, Skulptur, Zeichnung und Grafik. Immerhin hat es nach ihrer Erfindung fast ein Jahrhundert gedauert, bis sich die ersten Künstler mit ihrem fotografischen Oeuvre einen Namen machten.

Insbesondere wären hier die Russen Alexander Rodtschenko und El Lissitzky, der Amerikaner Man Ray und der Ungar Laszlo Maholy-Nagy zu nennen. Dennoch trugen die Museen dieser Entwicklung erst Ende der 1950er Jahre Rechnung.

Zu danken war dies vor allem Künstlern wie Andy Warhol oder Robert Rauschenberg, die die Medien, die Werbung und die Fotografie für ihre Arbeit entdeckten und das Medium Fotografie zu einem festen Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit machten. So gesehen befindet sich Johannes J. Dittloff in bester Gesellschaft, was die Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten und die innovative Nutzug des Mediums Fotografie betrifft.

….. Aus dem grafischen Zyklus “ Metropolis Berlin” zeigt er hier “ B e r l i n e r   M e t a m o r p h o s e n”. Bei seinen Streifzügen durch die Stadt an der Spree entstanden weit über 2000 Fotografien, die das Ausgangsmaterial für die in zwei Formaten vorliegenden Grafiken bildeten. Die mit Akribie zusammengetragene Fülle weitgehend ungewohnter stadtlandschaftlicher Motive verblüfft. Mir fällt dabei Ansel Adams ein, der Meister der Landschaftsfotografie, mit seiner Feststellung:

“Landschaftsfotos waren immer der endscheidende Prüfstein für den Fotografen – und oft die entscheidende Enttäuschung.” Erforderlich sind Neugierverhalten, Spürsinn für die beeinflussenden Faktoren, handwerkliches Geschick, Geduld, Ausdauer und sehr viel Erfahrung.

Und:  Dittloff konzentriert sich fotografisch ausschliesslich auf den Schwarz-Weiss-Bereich, setzt aber zur Akzentuierung bei den Grafiken immer dasselbe dunkle Rot ein.

….. Nach dem sorgfältigen Selektieren und der thematischen Zusammenstellung der Motive widmet er sich mit grosser Meisterschaft am Computer der Generierung neuer, ausdrucksstarker Bildwelten, die weit jenseits der zuvor aufgefundenen fotografischen Realität liegen. Damit schafft er expressive, inspirierende und oft geheimnisvolle Bilder, die neue Zusammenhänge bilden und ungewohnte Deutungen provozieren.

….. Nicht die abgebildete Realität ist sein Thema, sondern die virtuelle, die scheinbare Realität. Er erfindet spannende Bildwelten, die der Anmutung entsprechen, die wir haben, wenn wir an das öffentliche bildnerische Vokabular dieser Metropole denken. Beim Betrachten tauchen immer wieder Versatzstücke der aktuellen visuellen Kultur in unserer Erinnerung auf, die Dittloff zu seinen ungewöhnlich eindrucksvollen Grafiken verarbeitet hat.

Prof. Bernhard Schwichtenberg / Berlin 2009

Von 1993 bis 2005 Vorsitzender des BBK in Schleswig-Holstein

Anlässlich der Ausstellung an zwei Ausstellungsorten – Kulminationspunkten der City, am Alexanderplatz (”art place berlin” im park inn Berlin Alexanderplatz ) und Friedrichstrasse (art center berlin) im Herbst 2009.

 

Introduction by Prof. Bernhard Schwichtenberg

Artistic photography joined fine arts in the second half of the last century, influencing the traditional fields of painting, sculpture, drawing, and graphics. After all, it took almost a century after its invention for the first artists to earn a name with their photographic creations. In particular the Russians Alexander Rodtschenko and El Lissitzky, the American Man Ray, and the Hungarian Laszlo Maholy-Nagy must be mentioned. Nevertheless, the museums only followed this development in the late 1950s.

Thankfully photography succeeded mostly due to artists like Andy Warhol or Robert Rauschenberger, who discovered media, advertisement, and photography for their work, and made photography a focus of their artistic creations.

From this perspective Johannes J. Dittloff resides in good company, regarding the expansion of expressive possibilities and innovative use of the medium photography.

…. From the graphical cycle “Metropolis Berlin”, he shows “Berlin Metamorphoses”.

Wandering through the city at the banks of the river Spree, he took far more than 2,000 photos which formed the basis for two different formats of his displays. The meticulous compilation of mostly unusual city landscapes as motives is astonishing. Coincidentally, the master of landscape photography Ansel Adams comes to my mind, who claimed:

“Landscape photos have always been the relevant touchstone for photographers – and often the relevant disappointment.” You need curiosity, flair, craftsmanship, patience, persistence, and much experience to create those masterpieces.

In this context: Dittloff focuses solely on black and white photography but introduces the same dark red color as an accentuation in his graphics.

… After careful selection and thematical composition of motives, he is artfully devoted to computer-generate photographical realities of new expressive worlds, which are far beyond of the initial photographic reality. Thereby, he is creating expressive, inspiring, and often mysterious pictures, which form new contexts, and provoke unusual interpretations.

… His topic is not the photographed reality, but the virtual, apparent substantiality. He is creating thrilling pictures, which generate an artistic impression of the metropolis in the viewer’s mind. Observing them, pieces of scenery of the actual visual culture will always pop up in our memory, which Dittloff has processed into his unusually impressive graphics.

Prof. Bernhard Schwichtenberg / Berlin 2009

BBK President in Schleswig-Holstein from 1993 to 2005

On occasion of the exhibition at two exhibition sites – culmination points of the city, at Alexanderplatz (“Art Place Berlin” at Park Inn Berlin Alexanderplatz) and Friedrichstrasse (Art Center Berlin) in autumn of 2009.

BILDBAND Retrospektive ’85/ ’15 (ISBN: 978-3-9817196-1-1)

Blick in den Bildband (Teil PHOTO):

Blick in den Bildband (Teil GRAPHIK):

Archiv / 2007;
Kiel, Der etwas andere Blick
(ISBN 978-3-00-021789-0)

Blick in den Bildband:

Archiv / Verschiedenes …

In Vorbereitung / in progress

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